Geld durchzieht unser Leben, beeinflusst unser Handeln und strukturiert unsere Gesellschaft. Doch welche Rolle spielt es wirklich? Und wie könnte ein Geldsystem aussehen, das gerechter, nachhaltiger und lebensdienlicher ist? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der DialogRaumGeld (DRG) über drei Jahre hinweg – in einem offenen, hierarchiearmen Dialogprozess, der verschiedene Perspektiven auf Geld und Wirtschaft zusammenbrachte.
Jetzt liegt der Abschlussbericht zur ersten Projektphase (2020–2023) vor, der nicht nur eine Dokumentation der Erkenntnisse, sondern auch eine Einladung zum Weiterdenken ist. Gemeinsam mit zahlreichen engagierten Mitwirkenden konnten wir zentrale Fragen des Geldwandels vertiefen, innovative Dialogformate entwickeln und Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammenbringen.
Drei Konvente – Drei Jahre des Lernens und Gestaltens
Von 2021 bis 2023 veranstalteten wir drei große Konvente mit über 150 Teilnehmenden, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzten:
- 2021: „Weggefährt:innen gewinnen“ – Im ersten Konvent ging es darum, ein Netzwerk von Interessierten aufzubauen und erste Impulse für den Geldwandel zu setzen.
- 2022: „Was wäre, wenn…?“ – Der zweite Konvent öffnete den Raum für konkrete Visionen und alternative Ansätze im Umgang mit Geld. In über 30 interaktiven Formaten kamen Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ins Gespräch.
- 2023: „Impulse für ein Wirtschaften in Verbundenheit“ – Der dritte Konvent vertiefte die Idee, dass ein Wandel im Geldsystem nicht isoliert geschehen kann, sondern im Kontext gesellschaftlicher Veränderungsprozesse stehen muss. Hier entstand auch der „Marktplatz der Geldwandel-Ansätze“, der verschiedene Initiativen und Ideen sichtbar machte.
Besonders wertvoll war dabei die Verbindung von inhaltlicher Auseinandersetzung mit kreativen, dialogbasierten Formaten. Wir arbeiteten mit systemischen Ansätzen, bewegten uns zwischen Theorie und Praxis und nutzten künstlerische Ausdrucksformen, um neue Denk- und Handlungsräume zu eröffnen.
Erkenntnisse und Perspektiven
Was bleibt nach drei Jahren intensiver Arbeit? Wir haben erkannt, dass der Wandel des Geldsystems nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine kulturelle und persönliche Dimension hat. Geld ist nicht neutral – es formt unser Denken, unsere Beziehungen und unsere Gesellschaft. Um einen echten Wandel zu ermöglichen, braucht es nicht nur neue Modelle, sondern auch einen Bewusstseinswandel in der Art, wie wir über Geld sprechen und es nutzen.
Ein zentrales Ergebnis ist die Einsicht, dass Dialogräume wie der DRG eine essenzielle Rolle spielen: als Orte der Reflexion, der Vernetzung und des gemeinsamen Experimentierens. Unsere Arbeit hat gezeigt, dass es möglich ist, über Geld auf eine Weise zu sprechen, die verbindet, inspiriert und zum Handeln ermutigt.
Einladung zum Weiterdenken
Mit der Veröffentlichung unseres Abschlussberichts endet eine Phase – aber nicht unsere Reise. Wir möchten alle Interessierten einladen, sich mit den gewonnenen Erkenntnissen auseinanderzusetzen, sie zu kommentieren und weiterzutragen. Besonders freuen wir uns über den Austausch mit anderen Initiativen, die sich mit Geldwandel und wirtschaftlicher Transformation beschäftigen.
Der vollständige Bericht kann hier angesehen und heruntergeladen werden: