Theory U als Rahmen um die Gründe für Krieg und Frieden besser zu verstehen?

Mit seiner “Theory U” hat der deutsche Forscher Dr. Otto Scharmer eine Methode entwickelt, um ganzheitliche Veränderungsprozesse in Organisationen sowie in der Gesellschaft, nachhaltig und der globalen Verantwortung Rechnung tragend, erfolgreich zu bewältigen. Folgende Schritte sind dazu erforderlich, insbesondere aber eine innere Haltung, die wir hier kurz beschreiben möchten.

Otto Scharmer illustriert erfolgreiche Transformationen anhand einer Metapher: In der Ausgangssituation befinden wir auf uns einem Berg, wenn die gewünschte Transformation abgeschlossen ist, befinden wir uns auf einem anderen Berg. Um jedoch diese Transformation bewerkstelligen zu können, müssen wir zuerst in ein U-förmiges Tal hinuntersteigen, daher also Theory U.

Um diese Transformation erfolgreich zu bewältigen, braucht es die Fähigkeit, mit offenem Geist, offenem Herzen und offenem Willen zuerst zuzuhören, und dann in das Agieren mit eben jener offenen Haltung zu kommen. Wenn wir es nicht schaffen, mit offenem Geist, Herzen und Willen zuzuhören, dann passiert, was Otto Scharmer “absencing” nennt: Wir geraten in eine Negativspirale, in soziale Probleme und Ereignisse wie die, die wir derzeit in der Welt beobachten können.

Essentiell ist “mindfulness” (Achtsamkeit). Diese hilft uns Argumente und Fakten wahrzunehmen, die dem, was wir schon (glauben zu) wissen widersprechen (~ zuhören mit offenen Geist). Achtsamkeit hilft uns auch dabei Dinge wahrzunehmen, die uns emotional aufwühlen, die emotional etwas in uns bewegen oder sogar unserem bisherigen Weltbild widersprechen (~zuören mit offenen Herzen). Schlussendlich hilft Achtsamkeit auch dabei so zuzuhören, dass das beste aus einer Gruppe heraus entstehen kann – auch wenn das manchmal heißt mit seinem Tun die Komfortzone oder Kontrolle abzugeben (~zuhören mit offenem Willen).

Schaffen wir es nicht unseren Geist unser Herz oder unseren Willen zu öffene, verstricken wir uns in Leugnung der komplexen Realität (~geschlossener Geist), Zynismus und emotionaler Verschlossenheit (~offener Geist aber geschlossenes Herz) und der Manipulation (~geschlossener Wille) welches in allen möglichen Menschlichen Tragödien, Zerstörung und schlimmstenfalls Krieg endet. Mit diesem Artikel soll auf die Theory U aufmerksam gemacht werden, um aktuelle Ereignisse besser verstehen zu können, aber auch aufzuzeigen, wie echte Konversation und offenes Zuhören der Schlüssel zur Lösung sein können.

Theory U und der Krieg in der Ukraine

Irgendwo habe ich mal die Geschichte gehört, die etwa so ging: … und nach 5 Jahren Krieg saß man dann am Verhandlungstisch und hat miteinander erfolgreich gesprochen und Frieden geschlossen. Was wenn man schon 5 Jahre früher gesprochen hätte: Wie viele Menschenleben und Leid hätte vermieden werden können?

Otto Scharmer zeichnet in seiner 10 Punkte Medidation die auf mehrer Artikel aufgeteilt ist sowohl die Blinden Flecken Putins als auch die Blinden Flecken des Westens nach und analysiert die aktuelle Situation in seinem Rahmenwerk – eine differenzierte und lesenswerte Betrachtung.

Theory U und die neue Geldordnung

Das Ziel des “presencing” also zuhören mit offenen Geist, offenem Herzen und offenem Willen ist auch ein Ziel, das wir beim Forum Seitenstetten verfolgen. Die Formate beim jährlichen Treffen sind genau darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmer an das “presencing” herangeführt werden und damit ein kreative-schöpferisches Potential entsteht, dass weit über die Summe der einzelnen Aktivitäten der Teilnehmern hinaus geht.

Wir freuen uns, wenn auch Sie im Juni gemeinsam Teil dieses Prozess sind. Falls Sie sich noch nicht zum Forum angemeldet haben, können Sie dies hier gerne tun.

Ein Gedanke zu „Theory U als Rahmen um die Gründe für Krieg und Frieden besser zu verstehen?

  1. “Erstarrungsreaktion des Verstandes, des Herzens und des Willens” – sie nicht zu ignorieren, sie zu überwinden, gegen sie anzukämpfen – könnte das zu einer neuen “Aufklärung” führen? Einer Aufklärung im Sinne der UNO-Charta (1945 in Kraft getreten!), deren Ziel es war, Demokratie zu stärken, soweit die Länder als “gute Nachbarn in Frieden miteinander leben”. – Was haben wir – in unserer “offenen Gesellschaft” – daraus gelernt? Nicht viel! Strategien erfolgreicher Konfliktlösung werden noch und noch weiter entwickelt, ohne aber näher darauf einzugehen wie Konflikte in der Sphäre der Großen Politik ausgetragen werden sollen, und ist nicht die ethische Komponente auch hier besonders wichtig, wenn es darum geht, wie mit einem politischen Gegner umgegangen werden soll. Der Hochmut des angeblich so aufgeklärten Europas ist, gemessen an den Standards der Gegenwart, jedenfalls in der aktuellen Situation äußerst unangebracht.

Schreibe einen Kommentar